An erster Stelle stand in den folgenden Jahren der Fußballsport. In der Saison 50/51 erkämpfte sich die erste Mannschaft in der Gruppe Inn/Chiemgau einen "guten Mittelplatz, der als Erfolg gewertet werden konnte". In dieser Liga spielten den Aufzeichnungen zufolge sehr starke Mannschaften wie Töging, Burghausen, Mühldorf, Garching, Aschau, Altötting, Neuötting, Ampfing, Waldkraiburg usw.

die 50er 11. Mannschaft des TV Gangkofen 1950
Stehend von links: Gaudlitz, Woschniok Richard, Müller Horst, (Takäse) -Katschi, Schöfberger Alfons, Peschl Richard, Obermeier Franz, Sluzka, Tschannerl Anton;
kniend: Dippl Max, Treixler Toni, Randak Willi, Thiem Richard, Hipko Heinz, Torwart: Wotzinger Martin.

Im Jahre 1951 wurde dem TV Gangkofen eine Boxstaffel unter der Leitung von Josef Völkl angegliedert. In einer Vereinbarung zwischen dem Marktgemeinderat Gangkofen und dem TV Gangkofen wurden die Bedingungen über die Benützung des Sportplatzes und der Turnhalle vertraglich neu geregelt. So heißt es wörtlich: Mit Beginn des neuen Rechnungswirtschaftsjahres 1952 übernimmt der TV Gangkofen sämtliche Forderungen, die im Bezug auf Pacht, Instandsetzungskosten und dergleichen für den Sportplatz anfallen. Das bisherige Recht der Schulen, diesen Platz zum Turnen benützen zu dürfen, wird in unveränderter Form beibehalten. Entgegen o.a. Auflage überläßt der Marktgemeinderat dem TV Gangkofen unentgeltlich die Turnhalle zur Benutzung von Sportveranstaltungen aller Art.


Nicht unerwähnt sollen die recht beachtlichen Erfolge der Gangkofener Leichtathleten in den 50er Jahren bleiben. Wenn auch nur wenige schriftliche Unterlagen mehr vorhanden sind, so kann uns eine Niederschrift über die "Erfolge der Gangkofener Leichtathleten im Jahr 1954" einen Einblick geben:

  • Sportfest in Garching. Dreikampf Jugend A: Bruno Jakob 1. Platz. Dreikampf Männer Altersklasse 1: Bruß Heinz 1. Platz. Weitsprung Jugend: Fisinger Hans 1. Platz.
  • Turnfest in Waldkraiburg: Dreikampf Jugend A: Bruno Jakob 1. Platz. Kugel Jugend: Bruno Jakob 1. Platz. 75-m-Lauf: Bruno Jakob 1. Platz.
  • Schloßbergturnfest in Kraiburg: Dreikampf Männer: Richard Heinrich 1. Platz. 4 x 50 m Staffel/Jugend A Gangkofen 1. Platz.
  • Bezirksturnfest in Neumarkt-St. Veit: Dreikampf Jugend A. Weitsprung Jugend A und 100 m Lauf Jugend A: Bruno Jakob jeweils 1. Platz.
  • Niederbay. Jugendmeisterschaften in Niederviehbach: Kugelstoßen Jugend B: Bruno Jakob 1. Platz.

In der Generalversammlung des Turnverein Gangkofen am 10. Juni 55 wird vom recht erfolgreichen Abschneiden der Fußballer in der abgelaufenen Saison berichtet. Viele Erfolge hatten auch die Leichtathleten. Zu dieser Zeit, so geht aus der Niederschrift hervor, lief auch die Binaregulierung, die eine Verbesserung der Sportplatzverhältnisse erwarten ließ. Aus einem Zuschußantrag an das Kultusministerium, Abteilung Sportförderung, aus dem Jahre 1956 ist ersichtlich, daß nach längeren Verhandlungen mit den zuständigen Grundbesitzern und im Zuge der Binaregulierung es gelungen ist, das nötige Gelände zur Erstellung eines geeigneten Sportplatzes zu sichern und damit, so wörtlich, einem längst bestehenden Notstand in Gangkofen abzuhelfen. Die Neuerstellung der Anlage forderte nach genauen Berechnungen einen Kostenaufwand von 15.150,- DM. In dieser Summe sind enthalten: Die Anlage eines Fußballfeldes 64 x 105 Meter mit der notwendigen Drainage, Ansaat, Markierung usw. incl. 2 Tore, Errichtung einer 100-Meter-Bahn, Weit- und Hochsprung- und Kugelstoßbahn, die Aufstellung eines Umkleideraumes und einer Closettanlage. Inbegriffen ist auch die Umzäunung. Im Verwendungsnachweis vom 12. September 61 an den Bay. Landessportverband zwecks Bezuschussung wird dann eine endgültige Bausumme von 32.500,- DM angegeben. Ein lang ersehnter Wunsch ging in Erfüllung. Nun konnte wieder ungehindert Sport betrieben werden. Vor allem die Fußballer erfreuten sich der neuen und guten Platzverhältnisse. Bald stellten sich schon die ersten Erfolge ein. So heißt es in einem Zeitungsbericht vom Mai 1959: Während der TV Gangkofen 1952 Tabellendritter wurde, erspielte er sich in den nachfolgenden Jahren einschließlich 1957 die Vizemeisterschaft der B-Klasse Inn. Ein Jahr später wurde der TV Gangkofen dem Bezirk Niederbayern, und zwar der B-Klasse Landshut angegliedert. Anfangs, so wörtlich, gab es viele Spielerausfälle, so daß nur ein Platz im Mittelfeld behauptet werden konnte. Endlich lief es aber dann bei der Mannschaft, so daß der langersehnte Aufstieg in die A-Klasse nun Wirklichkeit wurde. Der TV Gangkofen verabschiedete sich mit 9:0 gegen Buch am Erlbach und einem 10:0-Erfolg gegen den SV Essenbach von der B-Klasse Landshut.

 die 50er 2Die Aufstiegsmannschaft bei der Platzeinweihung 1958.
Von links: Schwingen­schlögl Alois, Kiewwetter Edwin, Kiewwetter Heinz, Schöfberger Georg,
Schöfberger Alfons, Hubauer Rudi, Boxhammer Franz, Rippl Anton,
Bachsleitner Paul, Gegenfurtner Georg und Müller Horst.

In die A-Klasse Landshut aufgestiegen, ließ auch in dieser Liga der Erfolg nicht lange auf sich warten. Eine sehr schwere und spannende Saison 1959/60 zeichnete sich ab. Mit einem Zuschauerschnitt von ca.600 pro Spiel spiegelte sich das Interesse der Fußballanhänger aus Gangkofen wider. Viele Zuschauer kamen auch von den umliegenden Ortschaften wie Reisbach, Frontenhausen, Massing, Eggenfelden usw. Eine sehr spannende Meisterschaftsrunde machte die einzelnen Begegnungen, so ein ehemaliger Akteur, zu Fußballkrimis. Zur Überraschung aller Mitstreiter und Meisterschaftsanwärter konnte sich die Gangkofener Fußballmannschaft von Sai­sonbeginn an im Vorderfeld der Tabelle behaupten und bald die Tabellenspitze übernehmen, die sie bis zum Ende der Saison nicht mehr abgab. Gangkofen war so­mit Meister der A-Klasse Landshut und Aufsteiger in die höchste Spielklasse Niederbayerns. Ein großartiger und einmaliger Erfolg der Gangkofener Fußballer.

die 50er 3

Ab der Saison 1960/61 spielte man also im „Oberhaus" des niederbayerischen Fußballs. Um in dieser Liga bestehen zu können, hat sich die Fußballabteilung des TV Gangkofen mit zwei auswärtigen Spielern verstärkt. Aus Dingolfing kam Heinz Laubenbacher und aus Pfarrkirchen Gerhard Lugbauer. Alle zwei fügten sich gut und erfolgreich in die Mannschaft ein. In der fünften Saison 1964/65 kam dann das Ende der Bezirksligazeit. Durch mehrere Spielerausfälle bedingt, konnte man in der Bezirksliga nicht mehr bestehen und man stieg in die A-Klasse Landshut ab.